armed records

Send by email

PROLOG

Massenproduktion, unzählige Nachpressung und jede noch so rare Scheibe des letzten Jahrhunderts wird zum Konsumobjekt um über mehreren Generationen hinweg das true Feeling der guten alten Zeit zu erwecken. Hätte dies jemand vor 25 Jahren zu prophezeien gewagt, so wären die diy-Propheten vor Lachen im circle A gesprungen. Doch die Zukunft hat uns eines Besseren belehrt.
Neue Platten werden jeden Monat zu Hauf auf den Markt geworfen – und wenn gerade nix neues am Start ist wird ´ne alte Platten nachgepresst und unter dem Motto Re-Release schnell eine Tour organisiert. Und wem soll mensch diesen Selbstläufer auch verübeln. Die Nachfrage ist da und wird bedient – aus dem Hobby wird ein Beruf, ob einträglich oder nicht. Und über die Verwerflichkeit dieses Akts kann mensch wohl ewig diskutieren. Klar ist, diy ist tot, oder höchsten noch ein Nischenprodukt in einer Nischenkultur einer Subkultur. Und selbst hier sucht mensch teilweise vergebens das Besondere hinter der diy-Zertifizierung. Was bleibt ist eine Etikette um sich vom subkulturellen Mainstream abzugrenzen, dessen oberflächliche Aussage Gefahr läuft als verwirrte Kapitalismuskritik rüber zu kommen, oder diese sogar bewusst impliziert.
Bands welche dann doch mal etwas Besonderes wagen und alle ihre Zeit und Energie dahingehend investieren mehr aus ihrem neuen Release zu machen als dies bei Label XY der Fall wäre, scheitern meist an den Kosten und müssen massiv draufzahlen. Schließlich gibt es einen Status quo beim Preis und wenn das so diy-mäßig rüberkommt so muss das doch billiger sein. Und so hat einen die Realität der allgegenwärtigen Werteinteilung schnell wieder eingeholt.


DER HISTORISCHE MONOLOG

An dieser Realität möchte armed records ansetzen. Es gab in der Vergangenheit ein paar Veröffentlichungen und dem Label armed response und es wurde soweit möglich immer Versucht mehr als nur ein 08/15 Release zu produzieren (Hardcore ist mehr als Musik, und so blabla). Die Realität zeigte aber auch schnell die Schattenseiten. Ohne etablierte Vertriebswege sind rentable Auflagen unmöglich zu realisieren ohne den Rest des Lebens einen Teil davon unterm Kleiderschrank zu bunkern. Wirklich kleine Auflagen hingegen sind bei Vinyl schlichtweg nicht finanzierbar. Aber gerade dieser finanzielle Aspekt sollte auch nie die Motivation sein. Es war mehr ein Hobby, welches im Gegensatz zu „richtigen“ Labels nie das Ziel hatte damit zumindest ein grundsätzliches Überleben mit diesem Vollzeitjob zu sichern.

armed response stand immer dafür mit viel Zeit und Liebe etwas Besonderes zu machen, etwas was sich von der Masse der Tonträger abheben sollte. Nicht durch die Musik – das dürfte inzwischen auch schwierig sein – sondern durch die Gestaltung außen rum. Da dies mit viel Zeit und vor allem Geld verbunden war dauerte es oft Jahre um wieder etwas Neues zu machen, driftete dann in ein reine Kleinauflagen CD- und Tape-Produktion ab und irgendwann war Schluss.


DER POSTHISTORISCHE MONOLOG

Die Motivation und Lust sich wieder der Bastelarbeit an etwas neuen hinzugeben war durchaus noch stark, aber die Perspektive fehlte. Dann kam die Idee in unregelmäßigen Abständen wieder Platten als Kollaboration rauszubringen – aber nur noch in kleinen Auflagen von z.B. 50 Stück.
2010 ging es dann zur Tat. Gemeinsam mit der befreundeten Band LEIDKULTUR wurde aus der Idee der erste Versuch gestartet. Wir fertigten gemeinsam eine spezielles Artwork für eine 50’er Auflage Ihrer LP an. Und wie sich zeigte kam das Ganze trotz des etwas höheren Preises gut an. In kurzer Zeit war die komplette Auflage vergriffen.


DIE RENAISSANCE

Im Zuge der konzeptionellen Erneuerung von armed response und tausend Ideen im Kopf sollte armed response auch als Label wieder auferstehen. Ziel ist es in unregelmäßigen Abständen – zukünftig vielleicht auch alle paar Monate – in Zusammenarbeit mit Bands eine besondere, begrenzte Auflage ihres Releases rauszubringen. Klar ist hierbei, dass dies nie ein Massenprodukt werden wird (und soll) und somit auch je nach Aufwand immer teurer ist als die Standartversionen. Es soll auch nicht darum gehen damit Kohle zu machen sondern lediglich kostendeckend und aus Spaß und Freunde an der Sache das Ganze zu realisieren. Bis auf die Vinylpressung soll alles mit liebe zum Detail in Handarbeit produziert werden umso eine einmaliges Artwork zu erhalten.


EPILOG

Was nun noch fehlt sind Bands welche die Grundidee teilen und für eine solche Zusammenarbeit aufgeschlossen sind. Da es aus zeitlichen und finanziellen Gründen nicht möglich ist eine Veröffentlichung nach der anderen raus zu hauen, muss das Ganze musikalisch und inhaltlich gefallen – ohne sich hiermit jetzt in eine bestimmte Richtung einzuschränken. Es geht nicht darum krampfhaft etwas Neues rauszubringen, sondern dies im Grundgedanken der diy-Philosophie zu tun ohne sich selbst dieses Label raufdrücken zu wollen.  Wobei faschistische, rassistische, nationalistische, antisemitische, patriotische, sexistische, homophobe und sonst wie geartete Scheiße grundsätzlich ausgeschlossen ist.
Wenn wir uns zusammenfinden ist der Ablauf ist relativ einfach. Ihr seid gerade dabei eine Platte rauszubringen und lasst vom Vinyl eine kleine Stückzahl zusätzlich produzieren oder stampft einen Teil des Originalartworks ein. Gemeinsam arbeiten wir dann ein neues Artwork aus. Einen Teil der Gesamtauflage bekommt ihr dann als Band für euch selbst bzw. euren Stand – ein Teil verbleibt bei uns und wird über Vorbestellungen oder im armed response Mailorder verkauft. Euer finanzielles Risiko bleibt auf das Vinyl begrenzt, der Rest wird durch uns finanziert.
Wenn ihr euch als Band hiermit angesprochen fühlt und Interesse an einer Zusammenarbeit habt meldet euch.